Wofür braucht man eigentlich ein Kassenbuch?

Das Kassenbuch ist das Hauptbuch zur (elektronischen) Kasse. Während die elektronische Kasse im Regelfall nur die Einnahmen erfassen kann, werden die Ausgaben im Kassenbuch eingetragen. Werden sodann die Einnahmen aus der elektronischen Kasse in Form eines ausgedruckten Zeitpunkts dann in das Kassenbuch eingeklebt oder dort eingetragen, sind alle Einnahmen und alle Ausgaben dieses Geschäftstages in dem Kassenbuch erfasst. Solange also eine Kasse nur die Einnahmen erfassen kann, muss ein Kassenbuch täglich geführt werden. Soweit es keine Ausgaben gibt, ist die Ausgabenspalte leer oder kann durchgestrichen werden, dann gab es eben nur Einnahmen. Das Kassenbuch ist wesentlicher Teil der Buchführung, zumal wenn der Steuerpflichtige nach Art seines Unternehmens vorwiegend Bargeschäfte tätigt (vgl. BFH, Urteil v 20.06.1985, IV R 41/82, BFH/NV 1985, 12). Die Kasse muss täglich gemacht werden, d.h. gerade bei einem bargeldintensiven Betrieb muss täglich die Kasse abgeschlossen werden und die Einnahmen (öffnungs-) täglich ermittelt und gezählt und erfasst werden. Wird eine elektronische Registrierkasse geführt, deren Tagesabschlussbons (Z-Bon) die Anforderungen des BMF-Schreibens vom 09.01.1996 – IV A 8 – S 0310 – 5/95 erfüllen (=Name des Betriebs, Datum fortlaufende Nummer, Einnahmen, Trennung nach Inhaus- und Außerhausumsätzen, Trennung der Finanzwege (Barzahlung, Kartenzahlung), Stornos, Trainingskellner, optional: Grande totale), ist es ausreichend, wenn in einem Kassenbuch täglich die Tageseinnahmen in einer Summe (aber getrennt je Barkasse) sowie alle Ausgaben einzeln aufgezeichnet werden.  Hat also ein Restaurantbetrieb 2 Ebenen und auf jeder Ebene eine Kasse stehen, müssen die Daten aus den Z-Bons beider Kassen getrennt in dem Kassenbuch aufgezeichnet werden und die Z-Bons von beiden Kassen natürlich (getrennt voneinander, fortlaufend sortiert für die Kasse 1 und getrennt aber ebenso fortlaufend sortiert für die Kasse 2 usw.) aufbewahrt werden.  Die Bestände sind hierbei am Anfang und Ende eines Buchblattes festzuhalten und fortzuschreiben. Es können dabei durchaus auf einem Kassenbuchblatt mehrere Tage in chronologischer Reihenfolge aufgezeichnet werden, so wie sich natürlich auch die Aufzeichnungen eines Tages über mehrere Blätter erstrecken kann. Kasenbuchblätter dürfen aber nicht zwischendrin leer bzw. frei gelassen werden und Streichungen dürfen zwar erfolgen, aber einfach nur ordentlich durchgestrichen und dann neu geschrieben, so dass man den alten durchgestrichenen Text und die alten Zahlen noch lesen kann. Am Besten schreibt man auch gleich den Korrekturgrund mit dazu (verrechnet, verschrieben etc.)

Vielleicht gibt es irgendwann Kassen, die die Ausgaben mit erfassen: dann braucht man kein Kassenbuch mehr. Dann fotografiert man vielleicht die Eingangsrechnung oder Nachnahmerechnung, die jetzt bar aus der Kasse bezahlt wird und bucht die Ausgabe und verknüpft das Foto von der Eingangsrechnung mit der Ausgabebuchung in der Kasse? Oder man scannt über einen Scanner die Eingangsrechnung ein und bucht den Ausgang in der Kasse mit einem Kurztext und verknüpft den Scan mit der Buchung? So weit sind wir heute aber noch nicht. Daher erfassen die Kassen nur die Einnahmen und die Ausgaben müssen dann im Kassenbuch per Hand eingetragen werden, damit alle baren Geschäftsvorfälle des Tages abgebildet sind. Die „all-in one“-Lösung würde auch für die zeitgerechte Erfassung der Einnahmen zu den Ausgaben führen.

Probleme und Sorgen in der BP? Buchführung verworfen? Zuschätzungen? Kassenprobleme? Streit mit dem Finanzamt? Dann rufen Sie jetzt an: 0611-890910, Dr. Jörg Burkhard, der Vollprofi im streitigen Steuerrecht, Steuerstrafrecht, in Betriebsprüfungen, Fahndungsprüfungen, Zollfahndungsprüfungen, tax compliance … sichern Sie sich gleich jetzt einen Besprechungstermin, bevor es zu spät ist …

About Jörg Burkhard

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht, Fachanwalt für Strafrecht, Spezialist für Betriebsprüfung, streitiges Steuerrecht, Steuerfahndung, Zollfahndung, Arbeitgeberstrafrecht, Zollstrafrecht, Selbstanzeige, Tax Compliance

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *