Steuerberater Wilhelm und sein bester Freund

Wilhelm ist seit 27 Jahren Steuerberater. Er hat die Kanzlei schon von seinem Vater übernommen. Er hat einen angestellten Steuerberater und sieben Steuerfachangestellte. Es geht ihm gut. Nur dass vor zwei Wochen sein bester Freund in U-Haft kann, bedrückt ihn. Sein bester Freund ist Bauunternehmer. Bei so manchen Bier hat er ihm einige Sachen erzielt, die Wilhelm gar nicht wissen will. Sein bester Freund deutete an, es gebe Scheinrechnungen in der Buchführung. Immerhin müsse er irgendwie die Überstunden und Zuschläge bei der Samstagsarbeit bezahlen. Das geht eben nur durch Schmieren. Da will eben keiner der Arbeiter offiziell Lohn haben. Das geht nur, wenn du denen etwas bar auf die Kralle gibst. Das wollte Wilhelm alles gar nicht wissen. Sein bester Freund blieb auch nur sehr vage, mit seinen Erzählungen nur an der Oberfläche. Vielleicht waren das auch alles nur dumme Sprüche. Vielleicht wollte er ihn auch irgendwie nur testen, ob er damit machen würde. Wilhelm war sich da nicht so sicher. Er war jedenfalls froh, wenn solche Zechabende vorbei waren und sein bester Freund im Suff ihm nicht solche Sachen steckte. Wenn er dann in den nächsten Tagen ihn darauf ansprach, lachte er ihn aus und sagte, „du weißt doch ganz genau, dass ich völlig ehrlich bin und so etwas nie machen würde“. Bei so manchen so Saufgelage  wiederholten sich aber die Anspielungen. Als sie letzt zusammen auf der Hochzeit eines Geschäftsfreundes waren, der nun zum zweiten Mal geheiratet hatte, tranken die beiden wieder übermäßig und wieder kamen die Anspielungen, dass die Buchhaltung natürlich niemals richtig sein könne wenn man überleben wolle und die eine oder andere Scheinrechnungen schon dabei wäre, um einfach etwas liquider zu sein und manche Probleme stopfen zu können. Frech fand Wilhelm die Anspielung, dass er die Scheinrechnungen doch bei nur etwas genauerem Hinsehen auch erkennen könnten oder vielleicht, wenn er gut wäre auch erkennen müsste … aber dann lachte ihn sein bester Freund anschließend wieder aus, nahm ihn in den Arm und meinte „nu guck nich so belämmert, Du weißt doch das das alles nur Quatsch ist und ich kreuzehrlich bin … aber es macht Spaß Dich auf den Arm zu nehmen und Dein Gesicht bei solchen Aussagen zu sehen …!“ Dann kamen wieder solche Aussagen „Man brauche Imme mal ein bisschen freies Spielgeld im Unternehmen, das kapieren nur die Theoretiker im Finanzamt nicht“ oder „man kommt halt auch nicht immer so an die Aufträge ran und manchmal muss man auch noch kurz nach Submissionsschluss den Preis anpassen können,  und dann brauche man halt schon etwas Kleingeld.“ Wilhelm war empört. An diesem Abend verschwand er relativ schnell aus der Nähe seines besten Freundes. Wilhelm ging dann auch relativ früh – stellte aber fest, dass er doch viel zu viel getrunken hatte um noch selbst fahren zu können und nahm ein Taxi und ließ sich nach Hause fahren. Als er dann darauf wieder ein paar Tage drauf seinen besten Freund traf und das Thema vorsichtig ansprach, lachte der ihn wieder -wie schon früher so häufig bei diesem Thema- aus und meinte, dass er wohl im Suff relativ viel Unsinn reden würde und natürlich alles in Ordnung wäre und er ihn außerdem gerne auf den Armnehmen würde. Wilhelm fand dieses Thema nicht lustig, aber er wusste, dass sein bester Freund häufig Leute auf den Arm nahm. Das war so seine Art. Es wäre ihm auch egal gewesen, wenn es nicht so ein ernstes Thema wäre … wenn die Andeutungen echt wären … wenn sie einen realen Hintergrund hätten. Die Zeit verging, das Tagesgeschäft ging weiter. Zahllose Buchführungen der Mandanten kamen an – auch die von seinem besten Freund und wurden in der Praxis von Wilhelm natürlich verbucht. Auch alle Scheinrehnungen … dachte Wilhelm bitte. Er hatte sich sogar mal einen Stehordner von seinem besten Freund gegriffen um mal die Eingangsrechnungen sich anzusehen. Nach den Worten seines besten Freundes müsste er doch die Scheinrechnungen selbst erkennen, wenn er gut wäre … und er hielt sich für gut … für sehr gut sogar … aber er fand keine Auffälligkeiten. So verging die Zeit. Wilhelm beruhigte sich wieder und die Sache ging in Vergessenheit. Als allerdings vor 14 Tagen die Steuerfahndung zusammen mit der Zollfahndung bei seinem besten Freund morgens um 7:00 Uhr zu Hause als auch auf dem Betriebsgelände als auch bei ihm im Büro auftauchten und Durchsuchungsbeschlüsse vorlegten, brachen diese Aussagen seines besten Freundes wie ein explodierender Vulkan aus der Vergessenheit hervor. In dem Durchsuchungsbeschluss wurde seinem besten Freund die Steuerhinterziehung in noch unbekannter Höhe durch die Verwendung von Scheinrechnungen von sieben verschiedenen Firmen angelastet, ebenso die Verwendung dieser freigewordenen Gelder als Schwarzlohnzahlungen oder Teilschwarzlohnzahlungen und damit verbunden mit dem Vorwurf der Vorenthaltung und Veruntreuung von und der Lohnsteuerhinterziehung. Seine Lohnquote in dem betrieb würde angeblich nicht stimmen und da wurden die Beträge aus den Scheinrechnungen als Schwarzlohnzahlungen und in Sozialabgaben und Lohnsteuern einfach hochgerechnet und die Vorsteuer aus den Scheinrechnungen natürlich gekürzt. Bei dem Vollzug des Durchsuchungsbeschlusses wurde alles beschlagnahmt und sein bester Freund auch gleich verhaftet. Die Verhaftung war schon ziemlich mysteriös. Sein bester Freund musste ein paar Minuten vorher wohl mit seinem dicken schwarzen Mercedes schon weggefahren sein. Er hatte wohl an diesem Tag einen frühen Baustellentermin. Seine Frau hatte Wilhelm später erzählt, dass die Zöllner ihr empfohlen hatten, ihren Mann per Handy anzurufen und zu bitten zurückzukehren, da sie ein paar Fragen an ihn hätten. Das tat sie dann auch. Daraufhin drehte wohl ihr Mann ab und kam zurück. Der Zoll hatte wohl keine Fragen. Gerade als ihr Mann wieder auf den Hof gefahren war, umringten mehrere Zöllner den Wagen, ließen den Bauunternehmer gerade noch aussteigen, nahmen im sofort den PKW Schlüssel ab und präsentierten ihm einen rotfarbenen Haftbefehl.  Die beiden Kinder gingen an diesem Morgen nicht zur Schule. Die Verhaftung des Vaters und der Trubel zwischen ca. 12-15 Steuerfahndern und Zöllnern im Haus und noch viel mehr Fahndern und Zöllnern im Betrieb war von den ganzen Tagesrhythmus auseinander. Ein einschneidendes Erlebnis für alle. Das war nun 14 Tage her. Mit der Ehefrau seines besten Freundes hatte Wilhelm vor ein paar Tagen noch telefoniert. Sie hatte berichtet, dass sie ihren Mann nun besuchen dürfe. Sie hätte eine Besuchserlaubnis erhalten. Sie berichtete weiter, dass der Steuerfahnder ihren Mann in der Haftanstalt auch schon besucht hätte und gefragt hätte, wie die Beteiligung des Steuerberaters an diesen Hinterziehungen sei. Was der Steuerberater gewusst habe. Ihr Mann hätte ihr erzählt, dass er gesagt habe, der Steuerberater weiß von nichts. Der ist gutgläubig. Der ahnte nicht einmal etwas. Der Steuerfahnder habe jedoch ungläubig den Kopf gewiegt und gesagt, dass das wohl anders sei. Sie hätten auch Erkenntnisse, dass der Steuerberater auch anderen Steuerpflichtigen aus seiner Mandantschaft helfe, illegale Steuervorteile zu erlangen. Ihr Mann habe nur gelacht. Aber der Steuerfahnder habe gesagt, es würde es sich noch einmal überlegen. Wenn er raus wolle, müsse er schnell und umfassend ein Geständnis ablegen. Dazu gehöre auch, Mitwisser zu benennen und insbesondere auch die Rolle des Steuerberaters offen und wahrheitsgemäß darzustellen. Ihr Mann habe nichts gesagt, berichtete die Frau Wilhelm und dann war das Gespräch auch schon beendet.

Das ging natürlich Wilhelm ziemlich nach. Was wusste er wirklich? Wie waren die Andeutungen und Anspielungen im Bierrausch zu verstehen? Er hatte doch immer wieder nachgefragt und wenn sein bester Freund nüchtern war, hatte diese alles bestritten. Dann war doch alles in Ordnung. Aber die Anspielungen waren tatsächlich mehrfach gekommen. Aber immer nur nach dem dritten oder vierten Bier. War das alles nur ein Test? Wollte sein bester Freund nur wissen, wie er reagieren würde, wenn er was wüsste? War das ein Test, ob Wilhelm standhaft war oder bei Hinterziehungsmodellen mitmachen würde? War das ein Test, ab wann Wilhelmine auswerfen würde? Gute Freundschaft hin oder her – es ging aber um die Zulassung bzw. um die Frage, ob noch weiterhin Steuererklärungen für ihn erstellt werden konnten. Wilhelm zweifelte immer mehr daran, welchen Aussagewert dieser Anspielungen im Halbsuff wirklicht hatten. Hätte er sie ernst nehmen müssen? Er wollte schon die Steuerberaterkammer anrufen und um Rat bitten. Dann hätte er aber den Sachverhalt auflegen müssen und möglicherweise riskiert, dass die wegen einer beruflichen Verfehlung ein Verfahren gegen ihn aufmachen würden. Aber hatte er sich falsch verhalten? Als Steuerberater musste er stets als leuchtendes Vorbild allen Steuerpflichtigen vorangehen und natürlich ohne Fehl und Tadel eigene und fremde Steuererklärungen fertigen. Eine Steuerhinterziehung in eigenen Sachen oder eine Beihilfe zu einer fremden Steuerhinterziehung war natürlich für Ina Steuerberater gar nicht vorstellbar. Die Kammer würde Ihnen in der Luft zerreißen. Aber wusste er wirklich etwas? Anfangs verdrängte er diese Gedanken noch ganz gut. Aber dieses Gespräch mit der Ehefrau seines besten Freundes ließ ihn nicht los. Sollte er versuchen eine Besuchserlaubnis für die Haftanstalt für seinen besten Freund zu bekommen? Er sprach mit dem Verteidiger seines besten Freundes. Der war aber relativ wortkarg. Wilhelm fragte ihn nur, ob es möglich sei, dass er für ihn einen Besuchserlaubnis beantrage. Warum und wieso er seinen besten Freund besuchen wolle fragte wieder der Anwalt noch erläuterte dies Wilhelm. Ob der Anwalt seines besten Freundes auch schon etwas ahnte oder gar wusste? Was hatte sein bester Freund ihm gesagt? Wilhelm versuchte diese Probleme zu verdrängen. Er versuchte normal zu arbeiten und normal zu schlafen. Das fiel im aber zusehends schwerer. In den letzten Nächten ist immer wieder nachts aufgewacht, wälzte sich schweißgebadet von der einen Seite auf die andere und konnte dann langer Zeit nicht mehr einschlafen. Wie gerne hätte er jetzt eine liebe treue Ehefrau gehabt, mit der er das hätte besprechen können. Aber seine Frau war ihm vor vier Jahren davongelaufen, als er mit seiner Steuerfachangestellten von ihr in voller Garantie erwischt worden war. Er hatte ihr zwar gesagt, dass dies nur eine völlig unbedeutende Affäre wäre und er sie lieben würde. Die eins zweI betrug Volk konnten doch eine gute Beziehung nicht auseinander bringen. Seine Frau sei das allerdings ganz anders. Nicht nur einmal gleich zweimal? Warum nicht gleich fünfmal? In Wahrheit war das sicherlich auch noch vielmehr gewesen aber das traute er sich seiner Frau damals nicht zu sagen. Sie machte ihm eine große Szene und packte dann, als er tags darauf im Büro war, einfach ihre Koffer und war weg. Alle Versuche das wieder zu kitten waren gescheitert. So lag er nun alleine im Bett und wälzte sich hin und her mit seinem Problem. Mal schlief er, mal war es nur ein Halbschlaf, mal mehr nur ein ohnmächtiges, ängstliches hin und her wälzen. Am nächsten Tag war unausgeruht, unausgeschlafen, unleidlich, sollte aber Leistung bringen. Von Tag zu Tag wurde es aber schlimmer, statt besser. Die Angst schnürte ihm förmlich die Luft zu. Sein Elan war weg. Er war wie gelähmt. Abends griff er dann zur Beruhigungstabletten und zu Bier, Wein, Whisky. Das verschaffte ihm zwar zunächst eine angenehme Müdigkeit. Nur nach zwei 3 Stunden Schlaf wachte er wieder auf, schweißgebadet und schließlich konnte er doch auch nicht zum Alkoholiker werden. Tabletten und Alkohol war sicherlich kein gutes Rezept. Und so nackte immer mehr die Angst an ihm, dass sein bester Freund in doch belasten könnte. Wie würde er sich verteidigen. Was wäre, wenn die Steuerfahndung seinen besten Freund nun anbieten würde, dass er sofort daraus könne, wenn er nur seine Steuerberater belaste? Wie sicher konnte sich Wilhelm sein, dass sein bester Freund ihn nicht über die Klinge springen lassen würde, nur um aus der Uhr hofft zu kommen? Könnte er es ihm verdenken? Wie würde er selbst handeln, wenn er in einer solchen Situation wäre? Ein bekannter Strafverteidiger hatte ihm mal vor vielen Jahren gesagt, dass in der U-Haft jeder selbst seine eigene Großmutter verkaufen würde, nur um da wieder rauszukommen. Warum nicht auch mal den Steuerberater dann über die Klinge springen lassen? Und wie könnte sich Wilhelm verteidigen? Würde ihm jemand glauben, dass diese Andeutungen nur in stark angetrunkenem Zustand kamen und dann im nüchternen Zustand wieder negiert wurden? Aber würde man ihm, selbst wenn man ihm dies glauben würde, nicht vorhalten, dass er aufgrund der mehrfach geäußerten Anspielungen und Andeutungen hätte überprüfen müssen, ob da was dran ist? Aber wie sollte das Wilhelm prüfen? Er hatte doch keinen eigenen Detektiv in seiner kleinen Steuerberatungskanzlei! Wie sollte er der prüfen, ob sein bester Freund in seinem Bauunternehmen tatsächlich Scheinrechnungen hatte oder nicht? Und hatte er den Steuerberater eine Prüfungspflicht? Nun allgemein sicherlich nicht aber aufgrund dieser mehrfachen Andeutungen? Hätte er das Mandat niederlegen müssen? Das ging aber doch nicht. Immerhin war es ein gutes Mandat und brachte erhebliche Umsätze. Dann hätte er vielleicht Mitarbeiter entlassen müssen, wenn er sich von seinem besten Freund als Mandanten getrennt hätte. Wäre ihm das zuzumuten gewesen? Wäre er hierzu verpflichtet gewesen? Es waren so viele bohrende Fragen. Es waren so viele Selbstvorwürfe. Es war wieder so eine Nacht, in der er sich scheinbar ohne Schlaf hin und her wälzte. Die Ziffernblätter auf der Uhr erkannte er nur schwammig. Er hatte aber keine Lust, seine Brille zu suchen und zu sehen, wie spät es sei bzw. wie früher sei. Draußen war es jedenfalls noch dunkel. Er schlief dann jedenfalls irgendwann ein. Dann träumte er, dass er auf der Baustelle bei seinem Freund wäre. Presslufthammer würden in dem Betonbau Löcher in den Boden stimmen. Die Presslufthammer und vibrierten und trommelten laut, so dass es nur in dem Betonbau schalte. Ein Arbeiter schien ihm zu zurufen, dass sie hiernach Scheinrechnungen bohren würden. Dann war wieder ein Moment Ruhe und dann begann das bohren wieder …Ratattatattatatatar hörte er die Presslufthammer dröhnen. Er drehte sich auf die andere Seite und wollte wieder einschlafen. Doch dann hörte er die Presslufthammer irgendwie dauerte, noch näher, noch bedrohlicher … ratttatatatatatatattattatata … Er hoffte, sie würden niemals die Scheinrechnungen im Beton finden. Doch das Hämmern ging weiter. Brocken fliegen weg, Staub überall, der Bohrmeisel dröhnt und macht ganze Arbeit … Offenbar glauben die wirklich in dem Beton Scheinrechnungen zu finden. Er würde seinen Freund fragen müssen, ob er denn der wirkliche Scheinrechnungen habe im Beton versenken lassen …. Rattartatatatttattatata … Er wollte sich gerade wieder umdrehen und hörte die Schritte der Arbeiter und die Rufe  „aufmachen, wir wissen dass sie da sind“ … Wilhelm wunderte sich warum die Arbeiter den Beton anschreien, dass sie schreien, er solle sich öffnen um die Scheinrechnungen preiszugeben. Und warum schreien die den Beton, sie wüssten, dass die Scheinrechungen eingegossen seien … Doch irgendwie kam ihm das Hämmern zu real vor. Er schlug die Augen auf, stellte fest, dass hell war und vernahm das klopfen und klingeln an seiner Tür. Er warf sich flüchtig den Morgenmantel über und ging zur Haustür und schaute durch das milchige Glas. Dort standen drei Männer vor der Tür und hörten mit dem klingeln und klopfen auf, als sie erkannten, dass er sich der Tür näherte. Mürrisch schloss Wilhelm die Tür auf und wollte wissen was los sei. Der älteste von ihnen hielt seinen Dienstausweis ihm entgegen und meinte Steuerfahndung, bitte machen sie keine Schwierigkeiten, machen sie uns auf, wir haben einen Durchsuchungsbeschluss … Oh nein, das ist das Ende, dachte Wilhelm. Hatte sein bester Freund in doch angehängt? Hatte er in belastet um nur selbst rauszukommen? Stimmte das, dass man so Leute weich kochen konnte, damit die alles zu geben und gestehen würden – auch seinen besten Freund verraten würden? Wilhelm drehte sich langsam um, gab die Tür frei und ließ die Fahnder ein. Es wurden immer mehr. Weiß der Geier woher die kamen. Anfangs hatten nur drei vor der Tür gestanden. Jetzt waren auf einmal sieben in seinem Haus. Wir müssen mit Ihnen sprechen sagte der älteste, der ihn schon an der Tür angesprochen hatte, legte seinen Dienstausweis vor und den Durchsuchungsbeschluss. Wilhelm war völlig am Ende. Er setzte sich an den Küchentisch und bot den anderen an, sich dazu zu setzen. Also das war‘s dann wohl sagte er. Die Fahnder schauten ihn erwartungsvoll an.  Alle starrten ihn an, keiner sagte etwas. Sie schienen alles zu wissen. Sein Freund hatte ihn also doch angehängt. So ein Arsch. Das hätte er nie von ihm gedacht. So ein menschliches Schwein. Aber auf dem sinkenden Schiff war wohl nichts mit Freundschaft und Ehrgefühl. Jetzt musste jeder retten was er retten konnte. Es musste jeder ein Rettungsboot ergattern. Wie auf der sinkenden Titannick. Wilhelm schnaufte tief und begann dann zu erzählen. Er erzählte die ganze Geschichte und die Fahnder hörten ihm aufmerksam zu. Als er nach einer halben Stunde geändert hatte, fühlte er sich erleichtert. Man hätte während seiner Erzählung eine Stecknadel auf dem Boden fallen hören. Muckshäuschen Still waren alle und starrten gebannt auf seine Lippen und folgten seinem Bericht. Als er fertig war fühlte er sich besser. Irgendwie erleichtert. Jetzt war alles raus. Jetzt war er auch sicher seine Zulassung los. Aber fühlte sich jetzt irgendwie frei und gut. Er hatte alles gebeichtet. Jetzt ging es ihm besser. Er stand auf, ging in die Küche, holte sich ein Glas Wasser, stürzte es hinunter und meinte dann zu den anderen, wenn sie auch ein Wasser trinken wollten, sollten Sie sich einfach bedienen. Sie sollten es ihm nicht übel nehmen, aber der perfekte Gastgeber wäre er gerade nicht. Sie würden ihn jetzt hier sicher mitnehmen. Der älteste der Fahnder, der ihn schon an der Tür angesprochen hatte, schüttelte langsam den Kopf. Nein Herr Wilhelm, mitnehmen wollen wir Sie nicht. Wir müssen das erst einmal verdauen, was Sie hier gesagt haben. Sie haben ja nicht einmal unseren Durchsuchungsbeschluss gelesen. Sie haben einfach ohne Anwalt und ohne Belehrung sich spontan geäußert und wir müssen das ersteinmal analysieren. Das was sie uns gerade sagten, ist völlig neu für uns. Ihr bester Freund hatte uns gesagt, dass er das Haus, das Sie von ihm gemietet haben und gerade bewohnen, er selbst gebaut habe und im Keller im Heizungsraum ein doppelter Boden eingelassen wäre, in dem alte entlastende Bautagebücher lägen und weitere Unterlagen, die die damalige Existenz der der Subunternehmerfirmen belegen würden. Diese Unterlagen wollten wir herausholen, sichten und analysieren. Vielleicht helfen Sie ihm tatsächlich aus der Haft heraus. Nach ihren jetzigen Äußerungen, müssen wir aber noch einmal grundlegend über das soeben gehörte nachdenken. Von ihnen selbst wollten wir eigentlich gar nichts und sie auch gar nicht vernehmen. Nun haben Sie uns aber ungefragt doch recht viel aus freien Stücken erzählt. Natürlich werden wir darüber einen Aktenvermerk schreiben. Kommen Sie doch heute Nachmittag zu uns ins Finanzamt, dann nehmen wir Ihre Aussage auch noch zusätzlich in Form eines Protokolls auf.

Wilhelm sitzt da wie vom Donner gerührt. Er nickt langsam. Die Steuerfahnder stehen auf, gehen in den Keller, finden die doppelte Bodendecke, öffnen Sie, holen einige Stehordner und Hefter heraus, verfrachten das in  Kisten, die sie aus ihrem Transporter holen und tragen die gesamten Unterlagen hinaus zu ihrem Transporter. Dass sie Wilhelm ein Beschlagenahmeverzeichnis hinlegen, bekommt er nur peripher am Rande mit. Sie fragen ihn noch was, er nickt nur geistesabwesend. Der Gesprächsführer der Steuerfahnder kommt dann noch einmal zu Wilhelm, verabschiedet sich auf „bis nachher“ und zieht dann  die Tür hinter sich zu.

Es ist 8:50 Uhr. Der ganze Spuk hat nur etwas mehr als 1 Stunde gedauert. Wilhelm kann das gar nicht fassen. Er braucht jetzt erst einmal einen Whisky. Schenkt sich an ein, lässt ihn aber dann stehen. Nein, kein Alkohol. Ich brauche jetzt einen guten Anwalt sagte zu sich selbst und geht an seinen Rechner und gibt die Suchbegriffe Steuerstrafrecht,  Steuerstrafrecht, Spezialist und Fachanwalt ein. Jetzt nur einen halbwegs klaren Kopf bewahren. Nach einigen Recherchen scheint er den besten Spezialisten gefunden zu haben und wählt dessen Nummer um sich so schnell wie möglich einen Termin geben zu lassen …

Die Geschichte ist natürlich frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen bzw. deren Erlebnissen wären rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Haben Sie Probleme im streitigen Steuerrecht, Steuerstrafrecht, in der Abwehr mit unberechtigten Steuerforderungen? Haben Sie Stress mit dem Finanzamt oder Ärger mit der Steuerfahndung oder dem Hauptzollamt? Brauchen Sie eine gute Beratung bei einer Selbstanzeige oder bei der Einrichtung eine tax comliance Organisation? Dann rufen Sie jetzt an: 0611– 890910. RA Dr. Jörg Burkhard, Fachanwalt für Steuerrecht, Fachanwalt für Strafrecht , der Spezialist bei Betriebsprüfung und Steuerfahndungsprüfung, bei Zollstrafverfahren und Selbstanzeigen.

About Jörg Burkhard

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht, Fachanwalt für Strafrecht, Spezialist für Betriebsprüfung, streitiges Steuerrecht, Steuerfahndung, Zollfahndung, Arbeitgeberstrafrecht, Zollstrafrecht, Selbstanzeige, Tax Compliance

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